Schwerhörigkeit

Der Begriff Schwerhörigkeit beschreibt eine der häufigsten Erkrankungen. Über 450 Millionen Menschen sind schätzungsweise weltweit schwerhörig. Sie kann sowohl eine Alterserscheinung als auch Folge einer Erkrankung oder übermäßiger Lärmbelastung sein.

Sie sind hier: Startseite » Kassenpatienten » Leistungen » Schwerhörigkeit

Häufige Erkrankung

vielseitige Ursachen

Deutschland ist etwa jeder 7. Erwachsene betroffen, in der Altersgruppe ab dem 65. Lebensjahr ungefähr jeder zweite. Die Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit in Deutschland. In manchen Fällen wird eine Schwerhörigkeit genetisch in der Familie über Generationen hinweg vererbt.

Die Schwerhörigkeit kann von einer geringfügigen Beeinträchtigung bis zu einem vollständigen Hörverlust reichen. Diese Beeinträchtigung kann vorübergehend oder dauerhaft sein. Bei einer beginnenden Schwerhörigkeit lässt meist zunächst das Vermögen des Ohres nach, auf bestimmte Frequenzen mit einer geringen Lautstärke noch zu reagieren. Betroffene können Geräusche immer schlechter unterscheiden. Dies erklärt auch, warum Menschen mit beginnender Schwerhörigkeit oft einem Einzelgespräch noch gut folgen können, aber in größeren Gesellschaften oder bei starker Hintergrundkulisse, wie z.B. bei einem Restaurant-Besuch und beim Fernsehen Probleme haben, sich an einer Konversation zu beteiligen bzw. korrekt zu verstehen. Neueste neurophysiologische sowie neuropsychologische Untersuchungen („The Lancet“) haben gezeigt, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit der bedeutendste alleinstehende Risikofaktor ist für Demenzerkrankungen, mit denen sich 40 % aller Fälle erklären lassen.

Wird dieser Degeneration durch Hörgeräte oder ggf. Hörimplantaten frühzeitig entgegengewirkt, kann das breite Spektrum des Hörens erhalten und einem frühzeitigen kognitiven Verfall vorgebeugt werden.

Hörstörung

Frühzeitig erkennen

Die Früherkennung einer Hörstörung ist sehr wichtig für den Therapieerfolg. Das gilt insbesondere für Kinder, denn die allgemeine geistige und vor allem die Sprachentwicklung setzen normales Hörvermögen voraus.

Mehr erfahren Sie unter Neugeborenenhörscreening.

Die Ursachenabklärung

die Unterscheidung hilft bei der Diagnose

Die Abklärung der Schwerhörigkeit ist weit umfangreicher. Der Arzt unterscheidet dabei zwischen einer Schallleitungsschwerhörigkeit, bei der die Übertragung von Schallwellen auf das Innenohr beeinträchtigt ist, und einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, bei der der Hörschaden in der Hörschnecke oder dem Hörnerven besteht. Häufige Beispiele für eine Schallleitungsschwerhörigkeit können so banal sein wie ein verstopfter Gehörgang durch einen Ohrenschmalz-Pfropf, aber auch ein Mittelohrerguss oder die Otosklerose (Fixation des Steigbügels). Weitere Ursachen für eine Schallempfindungsschwerhörigkeit (neben Alters- und Lärmschwerhörigkeit) können nach bestimmter Medikamenteneinnahme entstehen (bestimmte Antibiotika, Chemotherapeutika), bestimmte virale Infekte (Mumpsviren) oder auch Tumoren des Gleichgewichts- und Hörnerven (Akustikusneurinom/ Vestibularisschwannom).

Nach der Ursachenabklärung der Schwerhörigkeit kann das Therapiekonzept ausgearbeitet werden, welches medikamentös oder operativ sein kann. Bei resultierender Schallempfindungsschwerhörigkeit erfolgt eine Hörgeräteverordnung.